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Auf Pilotreise durch das Hochland von Bolivien

Kathrin von Schiller testet die Route auf eBike-Tauglichkeit – Ein Reisetagebuch

Die schönsten Seiten eines Jobs im Tourismus sind sicherlich die Erkundungstouren nach Lateinamerika. Insbesondere bei sehr ausgefallenen Reise-Ideen – wie unseren Pedalito-Biketouren – sind diese Probe-Fahrten unabdingbar. Somit habe ich mit großer Vorfreude meine eBike-Reise nach Bolivien angetreten. Insgeheim hatte ich allerdings auch ein leicht flaues Gefühl: Denn Fahrrad-Touren in teilweise mehr als  4.000 m Höhe sind sicherlich auch mit unseren technisch top ausgestatteten eMountainbikes eine Herausforderung, der ich mich jedoch gerne stellen wollte.

In meinem Reisetagebuch erzähle ich Euch von den Erlebnissen – und zeige Euch Fotos. Sogar eine Drohne hat uns begleitet und teilweise spektakuläre Aufnahmen gemacht! Viel Spaß beim Lesen!

Tag 1: Ankunft in Sucre – Anpassung an die Höhe 2.700 m über dem Meer

Nach einem langen Flug mit drei Zwischenstopps bin ich doch überrascht, dass nicht nur ich, sondern auch mein Gepäck und – noch viel wichtiger – mein eBike mit mir in Sucre gelandet sind.

Nach einem freundlichen Empfang durch unseren Guide Hector und unseren Fahrer German fahren wir ins Hotel in der Altstadt von Sucre, wo ich mich zunächst von der langen Anreise erholen kann.

Sucre liegt übrigens bereits auf 2.800 m Höhe. Somit ist es empfehlenswert, dem Körper Zeit für die Anpassung an die Höhe zu geben. Sehr viel trinken, viel schlafen und regelmäßiges, leichtes Essen sind hilfreich!

Tag 2: Vom eBike-Sattel aus Sucre kennenlernen

Heute starten wir mit einer Citytour durch Sucre – natürlich per eBike! Es gehört schon eine Portion Mut dazu, sich während der Rush-Hour der 500.000 Einwohner-Metropole in den Verkehr zu begeben. Doch obwohl Straßenschilder und Ampeln offenbar eher als Empfehlung zu verstehen sind, habe ich nach einiger Zeit den Dreh raus und genieße die Tour durch die weiße Stadt.

Besonders gut gefällt mir der Ausblick vom Dach der Kirche San Felipe sowie von der Kirche Recoleta über die Dächer der Stadt.

Auch der lokale Markt mit seinem riesigen Angebot an Obst- und Gemüsesorten, Fisch und Fleisch ist einen Besuch wert. Eine Erfrischung gefällig? Dann sollte man in jedem Fall einen frisch gepressten Saft trinken, der hier mit allerlei Obstsorten angeboten wird! Auch für die anstehenden eBike-Touren kann eine extra Portion Vitamine schließlich nicht schaden!

Tag 3: Raus in die Natur – unasphaltierte Straße, bizarre Landschaft und ein toller Tag im Fahrradsattel

Voller Erwartung brechen wir heute früh auf zu unserer ersten größeren Bike-Route. Wir fahren zunächst im Auto ca. 1 Stunde aus der Stadt hinaus bis nach Chataquilla. Bevor wir uns auf das Radl schwingen, unternehmen wir eine Wanderung durch die beeindruckende Bergwelt. Links das Tal und rechts surreal wirkende Felsformationen. Fantastisch!

Danach geht es aufs Bike. Und gleich richtig zur Sache! Denn es geht Downhill! Für etwa 10 km führt die Strecke über unasphaltierte Straße. Meine volle Konzentration ist bei dieser Abfahrt gefragt – dafür bekommt die großartige Landschaft grad mal ein bisschen weniger meiner Aufmerksamkeit! Aber: Ich hab’s geschafft!

Aber wie es so oft ist: geht es runter, so geht es danach auch wieder rauf… Hier können wir gleich einmal unsere Höhentauglichkeit, Kondition und die Leistung des eBike-Motors testen! Ich stelle fest: Alles kein Problem. Dabei fahre ich Zuhause in Deutschland wirklich nicht jeden Tag Fahrrad. Ich gehöre also nicht zu den ambitioniertesten Radlern.

Die letzten Kilometer führen auf ebener Strecke durch ein üppig grünes Tal, wo gelb blühende Blumen am Wegesrand uns bis nach Maragua leiten.

Der erste Tag im Fahrradsattel war definitiv anstrengend und gleichzeitiug groooßartig – so dass wir erschöpft, aber zufrieden nach Sucre zurückkehren.

Tag 4: Von der Silberstadt Potosí zur Hacienda Cayara, mein absoluter Geheimtipp!

Immer auf der Suche nach neuen und optimalen Routen starten wir heute direkt am Hotel mit unserer Biketour Richtung Silberstadt Potosí. Steigungen und Abfahrten wechseln sich ab, bevor es über mehrere Kilometer in rasantem Tempo bergab geht. Was für eine Mords-Gaudi, durch die Bergwelt zu düsen!

In Potosí unternehmen wir einen kleinen Stadtrundgang und besichtigen die Casa de la Moneda. Die ehemalige Münzprägeanstalt dient heute als Museum und erzählt die Geschichte des Silbers, das die Stadt Potosí einst berühmt machte. Des einen Reichtum, des anderen Leid: Unter menschenunwürdigen Bedingungen mussten die Minenarbeiter in den Silberminen schuften …

Auf 4.100 m Höhe gelegen, fällt es schon deutlich schwerer zu atmen, so dass ich froh bin, dass wir uns gegen eine Übernachtung in Potosí entscheiden …

Wir verbringen die Nacht in der wunderschönen Hacienda Cayara. Die Hacienda liegt inmitten eines üppig grünen Tals und bildet somit einen tollen Kontrast zu der recht trockenen Bergwelt des Altiplanos. Wir werden unglaublich herzlich empfangen und über das beeindruckende Gelände geführt. Die Hacienda ist die älteste des gesamten Kontinents und gleichzeitig ein Ort, an dem Geschichte lebendig wird. Denn mehr als vier Jahrhunderte werden in den Möbeln, in den Kunstwerken und in den Sammlerstücken, die jede Ecke füllen, wach.  Gemälde von Wert, Gegenstände des täglichen Gebrauchs, Säbel und Musketen aus dem Unabhängigkeitskrieg, Rüstungen und Schwerter sowie Töpferhandwerk aus vorkolumbianischer Zeit und Instrumente aus verschiedenen Regionen füllen die Museums-Zimmer. Und dazu zwei Bibliotheken, gefüllt mit alten Büchern und Dokumenten von historischem Wert … Unfassbar, was es hier zu sehen gibt! Bei der Betrachtung der Kunstwerke in der geschichtsträchtigen Hacienda Cayara bin ich einfach sprachlos. Mein Fazit: Ein kleines Juwel und mein absoluter Geheimtipp!

Tag 5: Für ewig im Kopf gespeichert: Der Sonnenuntergang am Salar de Uyuni

Nach einer entspannten Nacht in dieser stilvollen Atmosphäre fahren wir mit dem Auto weiter hinauf in die Berge. Auf 3.700 m Höhe starten wir zu einer etwa einstündigen Wanderung durch die Andenwelt. Hier können wir sogar bis zum berühmt-berüchtigten Cerro Rico in Potosí blicken, wo auch heute noch die Minenarbeiter unter unwürdigen Bedingungen und ohne jegliche Schutzmaßnahmen ihrer Arbeit nachgehen …

Die Wanderung hat mich vollkommen begeistert. Die Andenwelt mit ihren riesigen Bergen und tiefen Schluchten, die übermannshohen Kakteen und die Stille – ein Traum!

Bei Pulacayo (Fahrtzeit Auto: 4 Std.) – an einem Aussichtspunkt auf über 4.200 m Höhe – steigen wir wieder aufs Bike. Auf einer längeren Downhill-Strecke geht es auf asphaltierter Straße dem Salar de Uyuni entgegen. Auch wenn ich den Salar bereits aus anderen Reisen kenne, ist dieser komplett freie Blick auf den größten Salzsee der Welt ein Highlight. Ich speichere die Gerüche, die Geräusche unserer Bikes in der Stille und diesen Anblick tief in mir ab. Es folgt eine ca. 25 km ebene Strecke  – mit viel Gegenwind –, bis wir unser Hotel direkt am Salzsee erreichen.

Kurze Zeit später geht es schon wieder los, aber dieses Mal per Auto. Nach kurzer Fahrt erreichen wir den teils überfluteten Salzsee und genießen die faszinierenden Reflexionen auf der spiegelnden Wasseroberfläche bei Sonnenuntergang. Mit nackten Füßen (Brrrr! Ganz schön kalt!) waten wir durch das Wasser und können uns gar nicht satt sehen an diesem fantastischen Natur-Schauspiel!

Müde, aber begeistert von den Erlebnissen, geht es früh ins Bett. Denn um 2 Uhr wollen wir eine Sternentour machen! Den Sternenhimmel über dem Salar zu erleben – das ist einfach ein unbeschreibliches Erlebnis!

Tag 6: Surreal, holprig, einzigartig: Mit dem Rad über den größten Salzsee der Welt

Da der Salar teils überflutet ist, müssen wir ­– zum Schutz unserer Bikes – die Tour heute leicht anpassen. Per Allrad geht es zunächst raus auf den Salar in Richtung Incahuasi. Etwa 25 km vor der Insel finden wir glücklicherweise doch noch trockene Stellen, so dass wir den letzten Rest auf dem Fahrrad zurücklegen. Es ist eine surreale Landschaft, durch die wir radeln. Auch wenn das getrocknete Salz des Salars ganz schön holprig ist und die Sonne gnadenlos brennt, ist diese Tour in jedem Fall einmalig!

An der Insel angekommen, erwartet uns zunächst ein reichhaltiges Picknick und wir genießen den Ausblick auf die Incahuasi-Insel mit ihren gigantischen und bis zu 1.200 Jahre alten Kakteen, unter denen wir uns bei einer anschließenden kleinen Wanderung über die Insel ganz klein vorkommen.

7. Tag: Picknick zu Füßen des Thunupas

Nachdem wir unser komfortables Salzhotel verlassen haben, geht es im Auto über den Salar bis zu dem kleinen Örtchen Jiria. Unser Guide empfiehlt uns eine Downhill-Strecke den Vulkan Thunupa (5.432 m) hinab. Das testen wir natürlich sofort. Die Aussicht vom Startpunkt aus ist gigantisch. Das Weiß des Salzes, das Blau des Wassers, das Grün der Pflanzen und das Rot des blühenden Quinoas bilden ein fantastisches Farbspiel!

Aber uff … Es ist doch eine ganz schön schwierige Aufgabe, die steile Steinpiste bergab zu fahren. Gut, dass wir diese Route Probe gefahren haben, denn mit unseren Reisegästen möchte ich den Abschnitt aufgrund der großen Verletzungsgefahr auf keinen Fall machen! Somit ist dieser Teil gestrichen.

Nach einem Picknick zu Füßen des Thunupas steigen wir wieder auf unsere Bikes und fahren am Rande des Salars vorbei an den dunkelrot leuchtenden Quinoa-Feldern bis nach Tahua, wo sich unser nächstes Hotel befindet. Am Nachmittag ist leider nicht genügend Zeit für eine weitere Bike-Tour, so dass wir die geplante Strecke per Auto abfahren müssen. Wir besuchen die Ruinenanlage Pucara de Chiquini und deren in der Nähe gelegene gleichnamige Höhle, die außergewöhnliche geologische Formationen aufweist. Schon auf der Autofahrt begeistert mich die Landschaft hier absolut. Schroffe Felsformationen und der Salzsee – größer kann der Kontrast nicht sein! Am Abend übertreffen sich unser Guide und der Fahrer im perfekten timing selbst: Denn kann hat schon den Sonnenuntergang mitten auf dem Salar mit Blick auf den majestätischen Thunupa bei einem Glas Wein und Snacks genießen?

8. Tag: Beeindruckende Landschaften, Lamas im Weg und ur-alte Mumien

Aufgrund der heute recht langen Fahrtstrecke zum Sajama-Nationalpark geht es besonders früh los. Kurz nach Sonnenaufgang – bei frostigen 2 Grad – steigen wir auf unsere Bikes und fahren 42 km bis nach Alcaya. Bolivien überrascht mich jeden Tag aufs Neue. Unsagbar beeindruckende Landschaften und Fahrradrouten, wo man stundenlang keine Menschenseele trifft. Heute haben wir allerdings „Pech“ und treffen auf eine mitten im Weg stehende Lama-Herde. Wir kämpfen uns durch die verblüfften und meckernden Tiere und setzen lachend unseren Weg fort.

Die archäologische Stätte der Huancarani ist ein weiteres Highlight. In der Nähe eines kleinen Dörfchens finden wir die Grabtürme, heilige Stätte der Huancarani, die hier ca. 3.000 v. Chr. ihre Toten begraben haben. In viele der Grabtürme darf man einen Blick auf die sehr gut erhaltenen Mumien werfen. Wahnsinn! Und das an einem Ort, der selbst Bolivianern kein Begriff ist …

Noch immer ergriffen, steigen wir ins Auto und setzen unseren Weg zum Sajama-Nationalpark fort, den wir am kommenden Tag genauer erkunden wollen. Ich bin gespannt. Denn der Nationalpark um den wunderschönen gleichnamigen Berg ist noch immer ein Geheimtipp für Bolivien-Reisende!

eBike Tour Bolivien Pilotreise

9. Tag: Sajama-Nationalpark: Schlafen auf 4.300 m Höhe, hunderte Flamingos und traumhafte Lagunen

Der heutige Tag startet ein bisschen holprig. Bei einer Übernachtung auf knapp 4.300 m Höhe habe ich doch ein paar Anlaufschwierigkeiten. Nach einem Coca-Tee, der ganz fantastisch gegen Höhenprobleme hilft (auch die Einheimischen schwören darauf), bin ich dann aber schon wieder bereit für die heutige Tour.

Zunächst geht es per Bike zum See Waynacotta. Hier können wir den Blick auf den Berg Sajama genießen, der sich fantastisch im See spiegelt. Weiter geht es – diesmal aus zeitlichen Gründen per Auto – zu den Pukara Chullpas. An den sehr gut erhaltenen Grabtürmen ist nach wie vor die ursprüngliche Bemalung zu erkennen. Sie stehen mitten im Nirgendwo, ohne eine einzige Menschenseele. Solche kulturellen Highlights habe ich bisher in keinem lateinamerikanischen Land in einem so originalen Zustand gesehen!

Mein Lieblingsort im Sajama-Nationalpark ist ein Aussichtspunkt, der einen wunderschönen Blick auf die Laguna Macaya freigibt, den schneebedeckten Sajama sowie hunderte Flamingos, die ein Sonnenbad genießen. Einfach ein Traum! Zum Abschluss fahren wir zu den Geysiren des Parks. Emporschießende Wasserfontänen, die sich im Licht der untergehenden Sonne brechen – einfach toll!

eBike Tour Bolivien Pilotreise

10. Tag: Kontrastreicher Wechsel: Von der Ruhe und Natur in die Großstadt La Paz

Heute haben unsere Bikes – und unsere Beinmuskeln – Ruhetag. Nach dem Frühstück erreichen wir nach ca. 5 Std. Fahrt mit dem Auto La Paz. Am Nachmittag schlendere ich durch die Straßen und lasse das Großstadtleben auf mich wirken. Der Kontrast könnte kaum größer sein! Gestern noch mit dem Fahrrad durch grandiose Landschaften, ohne auch nur eine Menschenseele zu treffen, und nun die Millionenmetropole La Paz mit dem dichten Verkehr und Lärm. Aber auch das ist Bolivien …

11. Tag: Wir schweben mit der Seilbahn über La Paz schweben und begleiten Schuhputzerin Esther

Heute erkunden wir die Millionenmetropole auf besondere Art und Weise. Zunächst geht es zur Seilbahn. La Paz ist in punkto öffentliche Verkehrsmittel sicherlich Vorreiter in Lateinamerika. So gibt es seit mittlerweile drei Jahren ein Seilbahnsystem, mit dem die wichtigsten Orte der Stadt untereinander sowie mit der oberhalb von La Paz liegenden Stadt El Alto verbunden werden. Diese große Investition war auch bitter nötig, da es ansonsten nahezu keine öffentlichen Verkehrsmittel gibt, so dass La Paz im Verkehrschaos unterzugehen drohte.

Nachdem wir La Paz bei der Fahrt mit der Seilbahn von oben bewundert haben, treffen wir auf Esther. Esther ist Schuhputzerin und führt uns durch „ihr“ La Paz. Wir schlendern über den Friedhof und über den lokalen Markt, auf dem von Ersatzteilen für das Auto bis hin zu toten Lama-Crias (Jungtiere) für Opferzeremonien alles verkauft wird …

Unser Büro in La Paz hat übrigens ein Projekt ins Leben gerufen, in dem Schuhputzer, die größtenteils in sehr armen Verhältnissen leben und nicht selten abhängig  von Alkohol- und/oder Schnüffelstoffen sind, Unterstützung finden. Unter der Voraussetzung, dass sie nüchtern sind, bekommen sie hier einen Schlafplatz, eine warme Mahlzeit oder können – nachdem sie sich entsprechend bewährt haben – als Stadtführer arbeiten und sich dadurch einen Zusatzverdienst erwerben.

Im Anschluss fahren wir nach Pucara und stiegen wieder auf unsere Bikes. Es geht zunächst von knapp über 4.000 m Höhe downhill vorbei an kleinen Dörfchen hinein in einen beeindruckenden Canyon. So eine tolle Natur hätte ich in unmittelbarer Umgebung von La Paz gar nicht erwartet. Leider nimmt unsere Biketour dann ein jähes Ende, da der ursprünglich eingeplante Weg von einem Fluss weggespült worden ist …

12 Tag: Traumhafte Ausblicke auf den Titicaca-See

Heute verlassen wir La Paz und machen uns auf in Richtung Titicaca-See. In Tiquina beginnt unsere Tour – auf nicht asphaltierter Straße geht es steil bergauf. Im Anschluss wechseln sich steile An- und Abstiege ab. Immer wieder bieten sich uns traumhafte Ausblicke auf den tiefblauen See mit seinen Inseln. Unterwegs treffen wir Ariel, einen jungen Mountainbike-Fahrer, der die ganzen Berge, die mich an meine Grenzen bringen, ganz locker und flockig mal eben ohne Motor unterm Sattel meistert!  … Respekt! Er begleitet uns ein Stück auf unserem Weg.

In Yampupata erreichen wir dann die Anlegestelle, von der aus die Boote zur Isla del Sol ablegen. Unsere Bikes dürfen nicht mit. Auf der sind weder Autos, noch Motorräder oder Fahrräder erlaubt. Somit verabschieden wir uns ein bisschen wehmütig von unseren Rädern und setzen zur Isla del Sol über …

Auf der Insel angekommen, geht es also per Pedes weiter. Und zwar richtig steil bergauf! Nach einer knappen Stunde erreichen wir unsere Ecolodge. Von dem Restaurant und den schönen kleinen Cabanas aus bietet sich ein toller Ausblick auf die schneebedeckten Berge. Und diese Stille – abgesehen von laut blökenden Eseln – ist einfach toll!

13. Tag: Atapi-Essen mit Einheimischen auf dem Feld und die Isla de la Luna

Nach einer sehr erholsamen Nacht erwartet uns heute tatsächlich das erste Mal Regen. Somit verbringen wir den Vormittag ganz entspannt in der Ecolodge und genießen die Aussicht.

Um die Mittagszeit ist uns der Wettergott dann wieder wohl gesonnen. Wir sitzen bei einer einheimischen Familie auf einer kleinen Terrasse und genießen ein Atapi. Atapi wird traditionell während der Erntezeit gegessen. Dazu treffen sich die Familien zur Mittagszeit auf den Feldern. Jeder bringt mit, was er gerade zu Hause hat. Häufig beinhaltet ein Atapi verschiedene Kartoffelsorten, Mais, Bohnen, Hühnchen, Tortillas oder Fisch. Auch wenn es ein einfaches Essen ist, so ist es doch unglaublich lecker!

Danach setzen wir zur Isla de la Luna über, wo wir nach einer kleinen Wanderung den Tempel de los Virgenes besichtigten. Die Sonnenjungfrauen gehörten im Verständnis der Inka der göttlichen Sonne, aber auch ihrem Vertreter auf Erden, dem obersten Inka. Für ihn sangen, kochten und webten sie. Im ganzen Reich wurden die schönsten unter den zehnjährigen Mädchen ausgewählt.

Den Abschluss des Tages bildet eine kleine Wanderung über die schöne Isla del Sol zurück zu unserem Hotel. Die Einheimischen arbeiten auf ihren Feldern, die Kinder begrüßen uns freudig und die Esel blöken uns zu…

eBike Tour Bolivien Pilotreise

14. Tag: Mein Fazit: Nie habe ich ein Reiseland so intesiv erlebt

Nun nähert sich das Ende unserer Reise mit großen Schritten. Wir setzen über aufs Festland und fahren zurück nach La Paz. Am Nachmittag bleibt noch Zeit für einen letzten Bummel durch die Straßen, bevor ich mich am Abend noch mit dem Chef unseres bolivianischen Büros treffe. Beim Abendessen besprechen wir die letzten Änderungen unserer Tour und hecken gleich noch ein paar tolle Reise-Ideen aus.

Die Reise war ein voller Erfolg! Ich bin absolut davon überzeugt, dass die Tour mit all ihren Facetten einzigartig ist. Ich bin wirklich schon sehr, sehr viel in Lateinamerika und auch in Bolivien gereist. Aber niemals habe ich ein Reiseland so intensiv erlebt wie auf dieser Bike-Tour. Und nie habe ich so authentische Erlebnisse gemacht wie auf dieser Reise.

Die eMountainbikes sind sehr hochwertig und technisch auf dem neusten Stand. Selbst bei 4.400 m Höhe kommen sie nicht an ihre Grenzen und ermöglichen somit grandiose Fahrradreisen in diesen Höhenlagen. Reise-Gäste, die gerne aktiv unterwegs sind, aber nicht unbedingt ambitionierte Biker sind, lernen ganz neue Möglichkeiten kennen. Und diejenigen, die nicht ausgelastet sein sollten – was ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen kann! – die können den Motor ausschalten oder eine niedrigere Unterstützung in Anspruch nehmen. Und wenn das immer noch nicht reicht:  Unser Guide Hector hat noch viele weitere optionale Verlängerungen der Tagestouren in der Hinterhand …

15. Tag: Adios, Bolivia!

Adios, Bolivia! Schweren Herzens nehme ich von dem Andenland Abschied und trete meine Heimreise an.

 

 


29.08.2018
 
Schlagwörter zu diesem Artikel

 
Hector Vargas, eBike-Guide Bolivien.